Katholische Pfarrei
St.Georg

Sanierungsarbeiten an der Katharinenkirche gehen zügig voran


Schäden stammen aus Barock
Auf die Baumeister des Barock ist Anton Landgraf heute nicht gut zu sprechen. "Das ist alles vorne hui und hinten pfui", kommentiert der Statiker ihre Leistung. Bei der Katharinenkirche machen ihm ihre Pfuschereien die ein oder andere Sorgenfalte.
Dennoch überwiegt an diesem Tag die Freude. Es ist schon viel geschafft von der langen Sanierungsstrecke, die das Kirchlein zu bewältigen hat. Der Stadtpfarrer von St. Georg, Markus Brunner, der sich von Landgraf auf den aktuellen Stand bringen lässt, ist beeindruckt, Kirchenpfleger Hans Paulus nicht minder. Und Architekt Heinrich Schwirzer, der neben dem Statiker Landgraf für den optischen Teil der Maßnahme verantwortlich zeichnet, nickt wissend.



25 000 gotische Spitzbiber
Bevor es über die engen Treppe und Leitern hinauf geht zum barocken Dachreiter, der besonders viele Probleme bereitet, lässt Landgraf mal schätzen: Wie viele Dachziegel - alles natürlich hochwertige gotische Spitzbiber liegen denn dort oben? 25 000 sind es am Ende, rund 50 Tonnen Gewicht, wenn alles fertig ist. Der größte Teil des laut Landgraf steilsten Dachs Ambergs (62,5 Grad) ist aber bereits gedeckt. Vorher wurden die Schäden im Dachstuhl beseitigt, die zum größten Teil auf die Veränderungen zurückzuführen waren, die der Barock an der um 1380 errichteten gotischen Kirche angerichtet hat.

Vor allem die Aufhängung der filigranen Stuckdecke der Kirche hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Inzwischen sind die Balken, an denen die Decke hängt, und die völlig frei im Kirchendach liegen, ihrerseits neu aufgehängt und abgespannt. "Jetzt werden die Kräfte auf die Außenmauern übertragen, wie sich das gehört", sagt Landgraf und leuchtet mit seiner Taschenlampe in die Dunkelheit. "Denn wir brauchen die Last auf den Außenwänden." Aber zurück zum Problemkind der Kirche, dem Dachreiter, in dem die beiden Glocken hängen. "Die eine stammt von 1714", informiert Pfarrer Markus Brunner. Womit geklärt wäre, wann die Umwandlung der bis dahin gotischen Kirche in den barocken Stil begonnen hat.
Noch einmal verändert
Doch die Überraschung war groß, als Landgraf vor einigen Wochen feststellte, dass der Dachreiter, der brutal in den gotischen Dachstuhl gerammt worden ist, ebenfalls schon einmal erweitert wurde. Während er grundsätzlich aus Eiche gezimmert worden ist, finden sich plötzlich Einbauten und Erweiterungen aus Kiefer. Ein paar Tauben brüten noch unter der typischen Barockkuppel, obwohl sie eigentlich nicht mehr hier sein sollten. "Da lag meterhoch der Taubendreck drin", erzählt Anton Landgraf. Er richtet das Augenmerk auf die senkrechten Pfosten des Dachreiters. Drei von acht sind völlig verrottet. "Da war das Blech außen kaputt und das Wasser ist rein gelaufen."

Keine Frage, dass die Handwerker des Barock hier gepfuscht haben. "Dabei hat es von unten noch sehr gut ausgeschaut", sagt Landgraf. "Aber bei meiner Kostenschätzung habe ich schon mit so etwas gerechnet", kann er Pfarrer und Kirchenpfleger beruhigen.
Kreuz abmontiert
Ganz oben, wo das Kreuz hingehört, ist alles wackelig und schief. Eigentlich wurde hier nur eine Stange mit ein paar Zimmererklammern befestigt. Kein Wunder, dass vor einigen Jahren das Kreuz entfernt werden musste. "Aber der Glockenstuhl hängt auch völlig schief drin", bringt Anton Landgraf die Aufmerksamkeit auf ein ebenso dringliches Thema.

Auch wenn die Schäden groß sind, die Arbeiten liegen im Zeitplan. "Ende des Jahres muss alles fertig sein", sagt Landgraf und zeigt Stellen, an denen die Handwerker längst ihre Arbeit gemacht haben. "Der Steinmetz ist unten gerade bei den Fenstergewinden." Natürlich hat auch die der Barock verändert. Aber dabei noch nicht einmal etwas kaputt gemacht.

Text und Bilder: Andreas Ascherl

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