Katholische Pfarrei
St.Georg

Mehr Ökumene geht kaum


Kirchengemeinden zeigen sich von ungewohnter Seite
Das schafft keiner. Wer das komplette Programm der Nacht der Gotteshäuser absolvieren möchte, braucht himmlische Gaben. Ambergs Kirchengemeinden geben sich an diesem Abend aber ausdrücklich geerdet.
Führungen durch eher nicht bekannte Gebetsstätten wie die Synagoge oder Kapelle der russisch-orthodoxen Gemeinde gehören ebenso dazu wie kirchenmusikalische Darbietungen und natürlich religiös-spirituelle Beiträge nach den jeweiligen Liturgien. Die sieben teilnehmenden Kirchengemeinschaften stellten am Dienstag in einer Pressekonferenz ihre jeweiligen Beiträge skizzenhaft vor. Das Programm erstreckt sich am Samstag, 7. Oktober, von 17 bis gegen 22.30 Uhr.



Ihre Verbundenheit im weltlichen, alltäglichen Leben, so Dekan und Stadtpfarrer Markus Brunner (St. Georg, römisch-katholisch) stehe im Vordergrund "dieser Form des religiösen Lebens, die es zuvor so in Amberg nicht gegeben hat". Vor zwei Jahren hatten sich die Kirchengemeinden der Stadt konfessionsübergreifend erstmals unter dem organisatorischen Dach des Stadtmarketing-Vereins zu einer Nacht der offenen Gotteshäuser zusammengetan. Der damalige Erfolg, so Vorsitzender Thomas Eichenseher, habe Mut gemacht zu einer zweiten Auflage dieser Einladung "auch für jene, die sich ein Stück weit von der Kirche entfernt haben".

So sehen es offenbar auch die neun Gemeinden, die sich mit Ausnahme der muslimischen Gemeinschaft (Eichenseher: "Wir haben keine tragfähige Basis der Zusammenarbeit gefunden") in diesen Abend einbringen. Gastgeber der Pressekonferenz war Rabbiner Elias Dray, der eine Synagogen-Führung und ein "Konzert durch das jüdische Jahr" des Pianisten Dorn Burstein zu diesem Veranstaltungsformat beisteuert.

Religiöse und sakrale Musik spielen an diesem Abend neben den konfessionell geprägten Liturgien und Gottesdiensten eine tragende Rolle dieses Veranstaltungsformats, das die Pfarreien St. Konrad, St. Martin, St. Georg, Heilige Dreifaltigkeit (alle römisch-katholisch) inklusive der Schulkirche sowie des Dreifaltigkeitskircherls (katholische Jugend), die evangelisch-lutherische Paulanergemeinde, die israelitische Kultusgemeinde und die russisch-orthodoxe Gemeinde bestreiten. In St. Konrad wartet der Kirchenmusiker Andreas Freyer sogar mit der Uraufführung einer Eigenkomposition auf.

Die Ökumene der großen Kirchen nimmt immer breiteren Raum im religiösen Leben ein, so dass nicht zuletzt im Zeichen des Jubiläumsjahrs der Reformation vor 500 Jahren ein interreligiöser Abendsegen auf dem Marktplatz und ein ökumenisches Abendlob mit vier Kirchenchören in der Paulanerkirche den abschließenden, gemeinsamen Höhepunkt der Nacht der offenen Gotteshäuser darstellt. Das genaue Programm mit knapp 30 Einzelveranstaltungen veröffentlichen - so weit möglich - die jeweiligen Pfarreien und Kirchengemeinden auf ihre Homepages und der Stadtmarketing-Verein.

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