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Katholische Pfarrei
St.Georg

Kommunion und Firmung angesichts der Coronakrise

Amberg. (ads) Nach Taufe gehören Erstkommunion und Firmung zu den Initiativsakramenten der katholischen Kirche, die in jeder Pfarrei einen sehr hohen Stellenwert einnehmen, denn die Hinführung und Festigung der Kinder und Familien zu einem Glauben an Jesus Christus, der dem Leben Orientierung, Halt, Trost und Zuversicht gibt, gehört zu den ganz wichtigen Aufgaben einer Pfarrgemeinde. Von der derzeitigen Coronakrise ist auch die jährliche Sakramentenspendung in den katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden betroffen.


Die Firmungen wurden seitens der Diözese für alle katholischen Pfarreien auf nächstes Jahr verschoben. Ihre Erstkommunion feiern die Pfarreien individuell - die Pfarrei St. Georg heuer am 27. September. „Die Verschiebung war bedingt durch die staatlichen und kirchlichen Vorgaben. So gesehen hatten wir gar keine Alternative“, informiert Dekan Markus Brunner. Zur Erstkommunion haben sich in St. Georg 16 Kinder angemeldet. Für die Pfarrei bedeute nach seinen Aussagen die Verschiebung, dass der fixe Termin am 2. Sonntag im Mai eine Planungsgröße gewesen sei, mit der die Pfarrei und die Eltern fest rechnen konnten. Die Vorbereitung auf die Erstkommunion war für Dekan Brunner bereits zu Beginn der Krise abgeschlossen. Im Religionsunterricht habe er nach seinen Aussagen den Kindern bereits all das mitgegeben, was für dieses Fest wichtig sei. Pfarrlich wurden die Tischgruppen abgehalten, ebenso die Erstbeichte. Vor dem Nachholtermin im September bedürfe es so lediglich einer thematischen Auffrischung und der Zweitbeichte. Auch das Basteln der Kommunionkerzen stehe noch an. „Sollte bis zum 27. September die Coronakrise noch nicht überwunden sein, halten wir ungeachtet dessen dennoch diesen Termin ein“, lässt Dekan Brunner wissen.
„Im Moment gehen wir davon aus, dass die Firmung im nächsten Jahr gemeinsam mit dem dann regulären Jahrgang stattfinden wird, das wäre unser Wunsch für St. Georg“, betont die Gemeindereferentin der Pfarrei Gabriele Papp. Ihr ist aber bewusst, dass darüber erst im Herbst mit der Bistumsleitung gesprochen werden könne. In diesem Jahr hat St. Georg 28 Firmbewerber. „Wir waren gerade 'mittendrin' in der Firmvorbereitung: am Samstag - einen Tag nach dem sozusagen coronabedingten 'letzten Schultag' - wäre unser Firm-Vorbereitungstag gewesen, der damit ausfallen musste“, bedauert die Gemeindereferentin. Soziale-Aktionen hätten nach ihren Aussagen aber seit Dezember schon stattgefunden ebenso wie die Glaubensgespräche. Sie kündigt an, die Vorbereitung der Firmjahrgänge von heuer und nächstem Jahr zu kombinieren. „Für die Pfarrei ist es freilich schade, aber angesichts der Einschränkungen plausibel und nicht anders zu handhaben“, bemerkt sie. Über regelmäßige wöchentliche "Sonntags-Post" an die Erstkommunion-Kinder und Firmlinge, auf deren Themen angepasst per E-Mail hat die Pfarrei Kontakt gehalten und versucht, Gemeinde auch digital zu vermitteln.
Erstkommunion und Firmung in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit sind nicht abgesagt, sondern angesichts der Pandemie nur verschoben. „Zu der Verschiebung sind wir alternativlos gezwungen, weil es im Moment einfach nicht möglich ist, so ein Fest entsprechend ‚normal‘ zu feiern“, ist sich Pfarrer Ludwig Gradl und Gemeindereferent Anton Rauch einig. In der Pfarrei Dreifaltigkeit würden heuer 27 Kinder zur Erstkommunion und 40 Kinder zur Firmung anstehen. „Die Verschiebung ist natürlich für alle Betroffenen traurig, aber es hilft ja nichts. Die Alternative dazu wäre die Erstkommunionkinder in Kleingruppen zu teilen und die Gäste pro Kind auf vielleicht 4 Personen zu begrenzen“, betont Aton Rauch. Wenn dann alle mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln ausgerüstet wären, könnte eventuell Erstkommunion auf mehrere Sonntage verteilt, gefeiert werden, vorausgesetzt wir seitens der Pfarrei achten darauf, dass die Gäste in gebührenden Abstand die Kirche verlassen und sich auf dem Kirchplatz nicht begegnen. Die musikalische Gestaltung müsste nur durch den Organisten erfolgen, allerdings ohne Lieder, die die Kinder mitsingen könnten. „Wer aber bitte möchte so Erstkommunion feiern? Da verschieben wir doch lieber!“, ist eine klare Stellungnahme von Anton Rauch für die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit zur Handhabung der Kommunion zu Coronazeiten. Natürlich seien nach seinen Informationen schon Vorbereitungen angelaufen, die im Moment einfach ruhen. „Aber wir versuchen mit den Kindern und Familien über E-Mail in Kontakt zu bleiben“, informiert Rauch. Einen Nachholtermin wagt er für die Kommunion im Moment nicht zu nennen. „Wir werden den Nachholtermin für die Erstkommunion mit den Eltern gemeinsam planen, sobald wir wieder mit 300 bis 400 Personen und dem Familienchor mit Band einen vernünftigen Gottesdienst feiern dürfen“, informiert Rauch. Es bringe seinen Aussagen nach nichts über einen Termin zu spekulieren, wenn man nicht wissen, ob nicht im Herbst eine zweite Pandemiewelle anrolle und eventuell wieder alle Planungen zurückgefahren werden müssten.
Die Pfarrei St. Martin geht davon aus, dass die Firmungen nach ihrer diesjährigen Aussetzung seitens des Bistums im Rahmen der Planung der Firmung 2021 geregelt werden. Die Erstkommunion sei zunächst einmal verschoben. St. Martin peile einen Termin im Herbst dieses Jahres an. Zwar gäbe es laut Pfarrer Helm nun die Möglichkeit, dass die Kinder im Zeitraum bis dahin, zwar nicht in der Gesamtgruppe an einem Termin, sondern an verschiedenen Sonntagen in kleinen Gruppen zur Erstkommunion gehen. „Aber das kam für uns nicht in Betracht. Zum einen waren wir noch mitten in der inhaltlichen Vorbereitung der Erstkommunion als der Lockdown kam. Wesentliche Inhalte der schulischen und außerschulischen Vorbereitungen wurden bisher noch nicht behandelt. Das ist Voraussetzung für die Erstkommunion“, begründet Pfarrer Thomas Helm diese Entscheidung. Zum anderen sei es ja das Schöne dieses Tages, wenn die Kinder alle zusammen dieses Fest feiern, ergänzt der Geistliche. Er peile nun für die Erstkommunion einen Termin im Herbst an und schaue aktuell, dass vor den Sommerferien die Vorbereitungen für die Erstkommunion innerhalb der Pfarrei ablaufen.
Die Pfarrei St. Michael ist die erste Pfarrei im ganzen Landkreis, die eine Kommunion im kleinen Kreis anbietet. „Keiner muss heuer zur Kommunion“, lautet das Motto in der Pfarrei für die 24 Erstkommunionkinder und ihre Eltern. Einen neuen Termin für die Firmung setze laut Eckert die Diözese. „Das gemeinsame Erstkommunionfest aller Kinder haben wir ebenfalls verschoben. Wir werden es nächstes Jahr nachholen“, informiert der Gemeindereferent. Bereits jetzt haben aber die Kinder schon die Möglichkeit, im familiären Kreis während eines Sonntagsgottesdienstes die Erstkommunion zu empfangen. Sie nehmen daran mit ihrem Kommuniongewand und ihrer Kerze teil und dürfen im Gottesdienst das erste Mal zur Kommunion gehen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sie dann auch in jedem anderen Gottesdienst zur Kommunion gehen. Ein Drittel von den 24 Kommunionkindern nimmt dieses Angebot dankbar an. Die Erstkommunionvorbereitungen in Schule und Pfarrei sind schon soweit abgeschlossen. Für nächstes Jahr ist wieder ein großes Gemeinschaftsfest für die Kommunion geplant.
Ebenso wie die katholischen Pfarreien verfährt auch die evangelische Paulanergemeinde und hat ihre Konfirmationen dieses Jahr verschoben. Ein genaues Zeitfenster hätte man laut Pfarrer Bernd Schindler noch nicht ausgegeben, denn die Atmosphäre, in der es stattfinden könne, liegt uns allen - der Gemeinde und den Familien - am Herzen. Die Verschiebung der Konfirmation sei laut Pfarrer Schindler nötig geworden, weil es zum einen gesetzlich gar nicht anders möglich gewesen wäre, zum anderen das Fest in keiner guten Atmosphäre stattgefunden hätte. Bei allem ist die Konfirmation auch ein Familienfest, und man hätte sonst darüber nachdenken müssen, ob man Ur- oder Großeltern wirklich gerne um sich hat, wenn sie doch sehr einem Risiko ausgesetzt wären, macht der Geistliche bewusst. „Wir als Kirche wollen in keiner Weise ein Hot-Spot sein, nicht primär wegen der Außenwirkung, sondern vor allem wegen der Gesundheit bzw. Gefährdung der Menschen. Alternativen sehe ich nicht wirklich“, betont Pfarrer Schindler. Er informiert, dass in der Paulanergemeinde insgesamt 48 Jugendliche heuer zur Konfirmation anstehen würden. Im Juli beginne ein neuer Kurs, da werden wir noch sehen, wie viele Jugendliche angemeldet werden. Die beiden Gruppen aus diesem Jahr und dem nächsten Jahr werden eine Zeit lang parallel laufen. Natürlich getrennt, denn laut Pfarrer Schindler habe sich schon eine Gruppe gefunden und gemeinsam auf den Weg gemacht. Für die Jugendlichen sei diese Verschiebung der Konfirmation schwer, berichtet der Pfarrer. Aber es sei in allen Bereichen zurzeit natürlich nicht leicht, Alltag, Schule und eben auch die Kirche gut zusammenzubekommen. Bei seiner Gruppe bedauere er es besonders, denn sie hätten sich wirklich gefunden, wären als Gruppe super zusammen und es habe einfach sehr viel Freude gemacht, mit diesen kritischen Jugendlichen übers Leben und den Glauben nachzudenken. Er hofft, dass er diese wirklich sehr besondere Stimmung wieder neu entfachen und beleben, bzw. wieder daran anknüpfen könne. Zu den Eltern der Konfirmanden bestehe ebenfalls guter Kontakt, der weiter erhalten bleiben solle. Die Familien hatten sich auf das Familienfest nach seinen Aussagen natürlich vorbereitet und auch unsere Chöre wären einsatzbereit und vorbereitet gewesen. Das liege nach seinen Aussagen momentan wie so Vieles eher auf Eis. Derzeit stehe bewusst kein neuer Termin im Raum, nach den Ferien ist ein Treffen mit den Eltern geplant, wie Pfarrer Schindler informiert.

 

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 Bild und Bericht: Frau Schütz