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Katholische Pfarrei
St.Georg

Evangelische Hilfe für katholische Kirche


 

Evangelische Hilfe fuer katholische KircheDa sage noch mal einer, das Schicksal von Gotteshäusern bewege die Menschen heute nicht mehr. Schon seit Juli machen sich Amberger per Unterschriftensammlung für die Sanierung der Friedhofskirche St. Katharina stark. Jetzt startet ein evangelischer Pfarrer sogar eine Spendenaktion.

Amberg. (ll) Hansjörg Biener ist ein Name, der einigen noch bekannt sein dürfte, denn der heute 54-Jährige hatte von 1995 bis 2000 die zweite Paulanerpfarrstelle inne. Jetzt ist er Pfarrer im Schuldienst am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg und außerplanmäßiger Professor für Religionspädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Auf Leserbrief reagiert

Verbindungen nach Amberg unterhält er immer noch, besucht unter anderem regelmäßig seinen Schwiegervater hier. Dabei stieß er in der Amberger Zeitung auf einen Leserbrief von Sepp Adamiok ("Kirche vergisst vor lauter Bergfest St. Katharina", AZ vom 2. Juli), in dem dieser beklagte, die Friedhofskirche könne wegen der Bauschäden schon seit vier Jahren nicht mehr genutzt werden. Diese Misere ließ Biener nicht kalt. Er meldete sich deshalb im Pfarramt St. Georg. Sein Anliegen: "St. Katharina ist die Kirche, in der meine Schwiegermutter zur Messe ging; in St. Katharina habe ich zahlreiche Trauergottesdienste gehalten. Es darf nicht sein, dass dieser Ort der Andacht nicht wieder geöffnet wird."

Biener will sich aber nicht nur mit Worten für die Friedhofskirche einsetzen, sondern auch mit einem guten Beispiel.

Seine Idee: Er spendet, und zwar umso mehr, je mehr auch die Amberger Bürger Geld für die Sanierung des Gotteshauses aufbringen. "Für jeden Einzelspender, der zwischen dem 13. September und dem 15. November 50 Euro oder mehr für die Renovierung von St. Katharina gibt, lege ich zum Patrozinium 25 Euro drauf, maximal aber 2000 Euro." Das Patrozinium von St. Katharina ist am 25. November.

Wie Biener der AZ verriet, ist sein Vorbild für diese Art des Engagements der anonyme "Mister Zehnprozent", der schon seit langem den zehnten Teil seines Einkommens für gute Zwecke spendet, darunter auch für Projekte von Brot für die Welt.
Der Unternehmer verbindet damit allerdings eine Voraussetzung: 380 weitere Spender müssen ebenfalls bereit sein, zehn Prozent ihres Einkommens zur Verfügung zu stellen. Das funktionierte heuer auch bei der 47. Aktion dieser Art.

Mit dieser Bereitschaft zur Spende könne man sich nicht zuletzt auf die Bibel berufen, sagt Professor Biener, denn dort stehe: Der zehnte Teil gehört Gott. Er mache es deshalb seit jeher so, dass er geeignete Projekte mit Geld unterstütze.

 

Noch keine Genehmigung

Pfarrer Markus Brunner freut sich über diese ökumenische Geste des evangelischen Kollegen und hofft, dass die Amberger bei der Aktion eifrig mitmachen. Der aktuelle Stand ist nach seiner Auskunft, dass die Pfarrei auf die Genehmigung der Diözese wartet, endlich mit der Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt - die Außensanierung - beginnen zu dürfen. (Angemerkt)

 

Angemerkt von Markus Müller

Es geht um das Zeichen

Man kann es ja mal ausrechnen: Hansjörg Biener wird seine gesamten 2000 Euro los, wenn sich mindestens 80 Leute finden, die 50 Euro oder mehr für die Renovierung der Friedhofskirche spenden. Das wären dann noch einmal (mindestens) 4000 Euro, zusammen also 6000. Keine Summe, die großartig ins Gewicht fällt. Schließlich schätzt man, dass es insgesamt rund zwei Millionen Euro kostet, St. Katharina sowohl außen als auch innen ordnungsgemäß wiederherzurichten.

Aber es geht auch nicht darum, die Sanierung nur mit Spenden zu stemmen. Es geht um das Zeichen: Seht her, St. Katharina ist uns Ambergern etwas wert, und zwar nicht nur den katholischen, sondern auch den evangelischen. Pfarrer Markus Brunner hatte sich schon im Juli darüber gefreut, dass aus den evangelischen Kirchengemeinden große Unterstützung für die Unterschriftenaktion zugunsten der Friedhofskirche kam. Wenn jetzt ein evangelischer Pfarrer bereit ist, diese Wertschätzung mit einer Spende zu untermauern, so geht das über das unverbindliche Bekenntnis per Unterschrift hinaus. Und es wird vielleicht auch den Verantwortlichen des Baureferats der Diözese helfen zu erkennen, welchen Stellenwert dieses alte Gotteshaus auf dem Gottesacker hier genießt.