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Katholische Pfarrei
St.Georg

Patrozinium in Atzlricht


ads atzlicht1Zur guten Tradition gehört das zweitägige Maria-Schnee-Fest anlässlich des Patroziniums der gleichnamigen Kapelle in Atzlricht unter der Federführung der dortigen Dorfgemeinschaft, die in diesem Jahr rekordverdächtige Besucherzahlen verbuchen konnte. Beste Voraussetzungen zum Gelingen des Festes lieferte das herrliche Sommerwetter mit angenehmen Temperaturen. Bereits am Vortag nachmittags konnten sich die Festbesucher mit feinen Grillspezialitäten und diversen anderen Schmankerln im idyllischen Ambiente der Kapelle Maria Schnee verwöhnen lassen. Das Patrozinium wurde dann tags darauf mit einem feierlichen Gottesdienst mit Dekan Markus Brunner am Freialtar vor der Kapelle gefeiert. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernahm in gewohnt guter Weise die Jugendblaskapelle Ursensollen. Eingangs des Gottesdienstes machte Dekan Brunner bewusst, dass mit dem Patrozinium der Maria- Schnee-Kapelle ein sehr seltenes Patrozinium gefeiert werde, denn eine gleichnamige Kirche bzw. Kapelle gebe es nur drei Mal in der Diözese Regensburg - eine davon sei die in Atzlricht. Der Gedenktag Maria Schnee erinnere laut Brunner an die Feier der Neueinweihung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom am 5. August 432.

ads atzlicht2Die Kirche soll der Legende nach aufgrund eines Schneewunders in der Nacht zum 5. August 363 unter Papst Liberius durch Papst Sixtus erbaut worden sein. „Maria halte uns ihren Sohn entgegen, damit wir den Weg zum Himmel finden“, betonte der Geistliche, der in seiner Predigt dann auf die Rolle der Mutter einging. Er bemerkte, dass das Bild von der Mutter Kirche ein sehr rätselhaftes Bild sei und stellte weiter fest, dass die Mutterrolle auf die Rolle der Hausfrau beschränkt in Ungnade gefallen sei. Dekan Brunner thematisierte dann das Gesetz zum Betreuungsgeld und meinte, dass der Staat eher Interesse daran haben müsste, dass jene Mütter, die ihre Kinder zu Hause erziehen finanziell nicht schlechter gestellt würden. Er bemerkte, dass er grundsätzlich nichts gegen Krippen hätte, doch seiner Meinung nach, könne eine Krippe nur eine Ergänzung für die Erziehung zu Hause sein und kein Ersatz für ein geborgenes Zuhause. Dahingegen werde laut Dekan aber bei den Eltern eher der Wunsch laut, dass Kinderkrippen ihre Öffnungszeiten auf 24 Stunden verlängern sollten. „Wir leben in einer Zeit in der man alles gleich zeitig haben will und auf nichts verzichten möchte“, stellte Dekan Brunner fest. Kinder werden da bei wie Schachfiguren hin und her geschoben. Er bekräftigte: „Es geht hier nicht um Stimmungsmache gegen Kinderkrippen, doch die Entwicklung in Sachen Erziehung, die sich mit den Kinderkrippen abzeichnet, könnte zum Bumerang werden gegen die Gesundheit der Kinder und gegen die Gesellschaft“. Markus Brunner stellte sich die Frage: „Was heißt eigentlich Mutter sein?“ Für ihn sei eine Mutter jene Bezugsperson des Kindes, die ihren Nachwuchs fordere und fördere, dass das Kind zu einem edlen Menschen werde. Er gab dabei zu bedenken, dass Mutter sein dabei auch bedeute, die Vielfalt ihrer Kinder zu wahren und die Eigenheit eines jeden einzelnen Kindes dabei zu fördern. Er wies auch darauf hin, dass eine Mutter ihre Kinder ziehen lassen müsse, wenn diese er wachsen würden, doch sie stets Mutter und Ratgeberin bleibe.

ads atzlicht3Der Geistliche griff noch einmal das Bild der Mutter Kirche auf und meinte, dass es Aufgabe der Kirche sei, die Vielfalt der Gläubigen zu wahren und ihr gerecht zu werden und sie gleichzeitig in einer harmonischen Einheit zusammenzu führen in der Pfarrfamilie. Angesichts der Kirchenaustritte betonte er, dass die Türe für diese Gläubigen nicht zugeknallt werde, auch wenn sie der Kirche den Rücken zukehrten, sondern angelehnt bleibe, dass sie jederzeit zurückkommen könnten. Darin sieht Brunner den Anspruch der Kirche wie ein liebender Vater und eine sorgende Mutter zu sein. „Die Gottesmutter Maria hilft uns dabei menschlich zu sein und im Glauben zu wachsen“, machte Dekan Brunner abschließend. Pünktlich zum Start in die Urlaubszeit segnete Dekan Brunner zum Abschluss des Gottesdienstes die Fahrzeuge. Nach der geistigen Stärkung lud die Dorfgemeinschaft Atzlricht zur leiblichen Stärkung mit Grills pezialitäten und anderen Schmankerln ein. Zahlreiche Gläubige kamen der Einladung gerne nach. Zum Haferl Kaffee am Nachmittag konnten sich die Festbesucher über eine üppige Auswahl an Kuchen vom Buffet freuen.