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Katholische Pfarrei
St.Georg

Patrozinium in Lengenloh


1Lengenloh-Kirwa2015Herrlich warmes Sommerwetter war den Lengenlohern heuer bei ihrem Patroziniumsfest der Herz-Jesu-Kapelle mit Festmesse mit Dekan Markus Brunner beschert, zu der sich eine rekordverdächtige Zahl an Gläubigen aus der Pfarrei St. Georg und dem ganzen Umland einfand. Nach der Festmesse, die musikalisch von der Blaskapelle Ammerthal gebührend umrahmt wurde, ließ man sich gerne im idyllischen Michl-Garten zum weltlichen Teil des Patroziniumsfestes nieder. Hoch erfreut zeigte sich Dekan Brunner über den enormen Zuspruch der Gläubigen bei der Festmesse, die er mit diesen von einem kleinen Freialtar aus vor der Kapelle feierte. Zur Predigt hatte der Geistliche einen großen Teller mitgebracht, der schon einmal zu Bruch gegangen war und wieder geklebt wurde, wie er informierte. Ihm fielen auch einige Spruchweisheiten zu diesem gekittetem Teller ein und machte darauf aufmerksam, dass dieser so zu einem Bild und die Spruchweisheiten in diesem Zusammenhang zu sinnigen Metaphern werden würden. Dekan Brunner verglich dann den geklebten Teller mit einer Beziehung zwischen Menschen untereinander und zu Gott: „Beziehungen sind nicht immer formschön und glatt, sondern sie können auch enorme Spannungen erzeugen und aus Unachtsamkeit oder auch mit Absicht kann dann so manches in die Brüche gehen, sodass man vor einem kleineren oder größeren Scherbenhaufen steht“. Nach seinen Aussagen sei es dann eine Sache des Willens und der Geduld, aus den Scherben zusammenzufügen, was zuvor eins war, sichtbare Bruchstellen würden aber bleiben. Der Geistliche machte aber auch darauf aufmerksam, dass man im Gerangel um die eigenen Interessen und in der Abwehr kleinerer oder größerer Boshaftigkeiten bisweilen auch die Ellenbogen gebrauche und Verwundungen da nicht ausbleiben würden.

In diesem Sinne warnte Dekan Brunner vor Verletzungen der Seele durch niederschmetternde Worte und niederträchtiges Verhalten, denn körperliche Wunden würden heilen, seelische Wunden dagegen kaum. Ganz im Gegensatz zu diesem Verhalten der Abwehr in jeder Hinsicht fordere nach seinen Aussagen Jesus Christus : „Liebt eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen und segnet jene, die euch verfluchen!“ So mancher würde diese Forderung als Zumutung empfinden, meinte Dekan Brunner, der erklärte, dass eine Zumutung in diesem Sinne etwas sei, was ich einem anderen zutraue, dass er es schaffe und in die Tat umsetze, was gefordert werde. Er verwies auf die Vaterunserbitten und auf das Evangelium vom barmherzigen Vater. Die Forderung Christi nach Barmherzigkeit sei laut Dekan Brunner wohl mit das Schwerste, was uns der Glaube abverlange, aber dass deren Erfüllung machbar sei. Er riet zur angewandten Glaubenspraxis im Alltag, die damit beginne, dass wir Ruhe bewahren würden, wenn uns ein böses Wort treffe oder jemand uns verleumde. Die Frage nach dem Grund des Verhaltens des anderen könnte dabei helfen, diesen aus seiner Feindseligkeit herauszuhelfen und den Weg der Vergebung zu gehen. Nach dieser Vorarbeit komme die Hauptarbeit, die darin bestehe, das was in uns nage im Blick auf Christus und sein Lebensbeispiel zu verwandeln. „So können wir allmählich entdecken, wie frei es macht, wenn wir vergeben und dem anderen aus seiner Misere zu helfen. Auf diese Weise setzt sich verzeihende Liebe durch“, betonte Dekan Brunner. Liebe sei das einzige Mittel, das die Bruchstücke wieder zu einem Ganzen zusammenfüge, das dadurch eine neue, zuweilen bessere Qualität als vorher erhalte, weil man rücksichtsvoller und liebevoller miteinander umgehe als früher. Sein Appell lautete: „Zeigen wir den Willen zur Feindesliebe, denn oft gelte schon der Wille für’s Werk. Verbreiten wir die Wärme der Liebe, wo Hass und Gleichgültigkeit herrschen, dann kann aus einem Scherbenhaufen wieder ein geglücktes Ganzes werden und das Sprichwort bestätigen: ‚Scherben bringen Glück!’“. Nach der geistigen Stärkung in der Festmesse ließen sich die Gläubigen gern zur leiblichen Stärkung im idyllischen Michl-Garten einladen.