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Katholische Pfarrei
St.Georg

Solidarität mit Deggendorf


ads hochwasser1Amberg. (ads) Nach der Flutwelle rollt die Welle der Solidarität und so stellte die PWG Amberg auf Initiative von Emilie Leithäuser spontan eine großartige Spendenaktion für die Hochwasseropfer in Deggendorf auf die Beine. Unter dem Motto „Amberg hilft Deggendorf“ gab Brigitte Traeger als Höhepunkt des Abends ein Benefizkonzert auf dem Malteserplatz. (Wir berichten.) Doch nicht nur das! Zum Vorabendprogramm sorgten die weiß/blauen Buom für hervorragende Stimmung und die Pfarrei St. Georg beteiligte sich mit dem Abendgottesdienst unter freiem Himmel an der Spendenaktion, zu dem Kaplan Christian Kalis eine ergreifende Predigt hielt. Die Hilfsaktion läuft noch bis 30. September und kann mit einer Spende auf das extra eingerichtete Treuhandkonto, Park- und Werbegemeinschaft Amberg e.V., Kontonummer 21 24 26 49, Bankleitzahl 752 500 00, Sparkasse Amberg-Sulzbach, Hochwasser „Amberg hilft Deggendorf“ eingezahlt werden. Der Über weisungsträger gilt als Spendenquittung.

Für die Moderation des Abends konnte Thomas Bärthlein gewonnen werden, der gewohnt locker und charmant durch den Abend führte. Schirmherr Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer ließ wissen, dass er mit großer Betroffenheit die Hochwasserkatastrophe in Deggendorf und deren Ausmaß verfolgt hätte. Mit dem Hinweis auf die Vils versicherte er, dass er die Bedeutung des Hochwassers für die Betroffenen abmessen könne. Er machte bewusst, dass Amberg mit der Spendenaktion den Deggendorfern mit der finanziellen Unterstützung auch Mut zusprechen wolle, um die Folgen der Hochwasserkatastrophe zu meistern. Er bedankte sich bei Emilie Leithäuser für die zündende Idee der Hilfsaktion und deren Organisation, mit der Amberg gelebte Solidarität beweise. Sein Dank ging aber auch an alle Mitwirkenden, die die Aktion in irgendeiner Weise unterstützen. Nach dem Grußwort von Oberbürgermeister Dandorfer kündigte Thomas Bärthlein die weiß/blauen Buom an, die mit zünftiger Musik für gute Stimmung bis zum Abendgottesdienst sorgten.

ads hochwasser2Die Pfarrei St. Georg unterstützte die Hilfsaktion mit dem Abendgottesdienst und damit mit dem Gebet für die Hochwasseropfer wie mit der Kollekte. Kaplan von St. Georg Christian Kalis zelebrierte den Gottesdienst, den Brigitte Traeger musikalisch mitgestaltete. Kaplan Kalis griff in seiner ergreifenden Predigt zunächst eine Legende um den Tod der Agnes Bernauer auf, die Herzog Ernst von Bayern aus reinem Egoismus 1435 zu Straubing in der Donau ertränken ließ, da er die Gefährdung der Erbfolge durch die unstandesgemäße Verbindung seines einzigen Sohnes nicht akzeptieren konnte. Eingehend auf die Legende und mit Blick auf den Erbprinz Albrecht nach dem Tod seiner geliebten Frau Agnes machte Kaplan Kalis bewusst, dass kein Mensch ohne Leid sei und diese Erfahrung müssten die Bewohner im Gäuboden seit einigen Wochen machen: „Ihr gesamtes Hab und Gut ist in den Fluten des Hochwassers versunken. Ihr Leben ist durchkreuzt. Es gehört zum Menschen- wie Christenleben“. Wir alle würden laut Kalis solche Erfahrungen auf die eine oder andere Weise machen und auf uns allen liege diese Last des Leidens. Er verwies auf Christus, der uns im Evangelium gesagt hätte, er sei der Messias gerade dadurch, dass er dieses Leid der Welt trage und fügte hinzu: „Wer ihm nachfolgen will, der muss am ganz alltäglichen Kreuz mittragen“. Der Geistliche stellte fest, dass wir im Normalfall aber lieber Kreuz und Leid aus dem Weg gehen würden. Diesmal würde sich die Geschichte aber scheinbar anders entwickeln, denn die Menschen erklärten sich solidarisch mit dem großen Leid des Gäubodens. Aus Nah und Fern seien Helfer angerückt, großzügig hätten viele bereits Geld- und Sachspenden gegeben. Der Geistliche verwies auf das Wort Jesu: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren“ und machte bewusst, dass Jesus in diese Welt gekommen sei, um ihr Unheil am eigenen Leib aufzufangen. Sterbend hätte er den Hass verziehen und der Liebe das letzte Wort gegeben. „Dafür – sagt Jesus – sollen wir unser tägliches Kreuz auf uns nehmen“, betonte Kalis. Dieses „tägliche Aufsichnehmen des Kreuzes“, das Jesus uns auftrage, müsse laut Kalis nicht einmal von vornherein „Leiden für“ bedeuten, sondern meine grundsätzlich schon „Dasein für“. „Wer Christ sein will, kann nicht für sich selber leben und unbeteiligt dem Geschehen der Welt und dem Leben der Menschen zuschauen“, betonte der Kaplan. Das „Für“ heiße nach seinen Aussagen : „Wo braucht mich einer? Wo kann ich etwas für andere tun? Wie kann ich dem mürrischen Mitarbeiter, der sich selbst nicht mag, in seiner Not helfen? Wie kann ich die unpersönliche Kälte der Menschen um mich herum erwärmen? Wie kann ich ihnen durch mein unbeirrbares Entgegenkommen ein Hinweis auf Gott sein?“ So unwahrscheinlich das klinge – das hat mit dem Kreuz Jesu zu tun, mit dem grenzenlosen, törichten Entgegenkommen Gottes. Wenn Gott die große selbstlose Liebe von uns verlange, werde er uns schon zeigen, wie sie gelinge, versicherte der Geistliche. Er machte bewusst: „Durch nichts reifen wir menschlich so tief, wie durch das Leid, eigenes und fremdes, wenn wir es gläubig durchstehen. Da werden wir realistisch und stark, aber auch heiter und gelassen. Nirgendwo sonst beginnen wir das innerste Gesetz des Mensch-Seins so zu verstehen wie unter dem Kreuz“. Abschließend meinte Kaplan Christian Kalis : „ Wer liebt, leiderprobt liebt, wird ein Mensch, wer nicht liebt, bleibt ein Egoist“ und verwies auf das Wort Jesu: „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es retten.“ In der Mitte stehe jenes „um meinetwillen“, welches der Schlüssel sei, ohne den alles verschlossen bleibe: „Jesus Christus. Ihn müssen wir finden, damit uns das Leben aufgeht“, betonte der Geistliche abschließend. Nach dem Gottesdienst bedankte sich der stellvertretende Bürgermeister von Deggendorf Peter Volkmer bei den Ambergern für ihre Solidarität. Er zeigte sich beeindruckt von der Organisation der Hilfsaktion und lobte die ergreifende Predigt von Kaplan Christian Kalis. Aus Degggendorf berichtete er, dass die Altstadt vom Hochwasser zwar verschont geblieben sei, doch die Flut 500 Meter daneben pures Chaos angerichtet und viele Existenzen zerstört hätte. Beeindruckt zeigte sich der Deggendorfer Bürgermeister noch immer von einer spontanen Hilfsaktion der rund 3000 Studenten, die große Hilfe vor Ort geleistet hätten. Er versicherte, dass Geld nun dringend nötig sei, um die katastrophalen Folgen des Hochwassers zu beseitigen, denn viele Familien würden nun vor dem Nichts stehen. Sein Dank galt den Ambergern für die rege Anteilnahme und die großartige Unterstützung. Auf Wunsch von Oberbürgermeister Dandorfer, die Spenden projektgebunden einzusetzen, wird mit der ersten Spende der Hilfsaktion die Dorfkapelle in Fischerdorf saniert. Weitere Spenden sollen bis zum Ende der Aktion am 30. September folgen, sodass um eine rege Spendentätigkeit auch nach dem Abend auf das oben genannte Konto gebeten wird.