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Katholische Pfarrei
St.Georg

Sanierung von St. Katharina in trockenen Tüchern


 

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Kleinod erwacht zum Leben
Sanierung von St. Katharina in trockenen Tüchern


Für die Gläubigen von St. Georg ist es eine große Freude, für Statiker Anton Landgraf ein Fest der Baugeschichte.
Die Sanierung der Friedhofskirche St. Katharina ist tatsächlich in trockenen Tüchern - und sie hat bereits begonnen.









In der Katharinenkirche ist es warm, muffig und feucht. Und mittendrin steht das Gerüst, das nicht nur für Stadtpfarrer Markus Brunner und Kirchenpfleger Hans Paulus der Anlass ist für strahlende Gesichter. Viereinhalb Jahre ist es her, dass ein Stück der barocken Kirchendecke herabfiel. Zum Glück war das Gotteshaus damals leer, doch an eine weitere Nutzung dieser von allen katholischen und evangelischen Pfarreien gemeinsam genutzten Friedhofskirche war auf einen Schlag nicht mehr zu denken.

Wer gedacht hatte, das schmucke Kirchlein würde schnell saniert, sah sich allerdings getäuscht. Die Abstimmung mit den zuständigen Stellen beim Bistum Regensburg verlief zunächst schleppend, wie Pfarrer Markus Brunner erzählt. "Knackpunkt war der Umfang der Innensanierung." Ursprünglich sei nämlich das Ordinariat davon ausgegangen, dass im Innern der Kirche nur kosmetische Korrekturen nötig wären. "Die haben gemeint, es reicht, ein bisschen drüber zu weißeln", sagt es Markus Brunner überspitzt. Zudem sei der ursprüngliche Plan gewesen, zunächst die Pfarrkirche St. Georg innen und außen zu sanieren - und dann erst St. Katharina in Angriff zu nehmen. "Aber wir können doch nicht noch mindestens zehn Jahre damit warten", so Brunner.

Alles Vergangenheit. "Inzwischen sieht es wohl auch das Ordinariat ein, dass die Kirche nicht nur von der Pfarrei St. Georg benutzt wird", ergänzt der Kirchenpfleger. Nicht zuletzt dank der Unterschriftenaktion von Erna Freimuth und ihrer Tochter Sabine Walter kam nach langem Stillstand wieder etwas Bewegung in die Verhandlungen. Auch die fünfstellige Spende, die der ehemalige Pfarrer der evangelischen Paulanergemeinde, Hansjörg Biener, für die Sanierung gesammelt hat, scheint ein gewisses Umdenken in Regensburg verursacht zu haben.

Wie dem auch sei: Jetzt beginnt die Sanierung. Sie kostet laut Hans Paulus fast 1,7 Millionen Euro. Wobei zunächst einmal zwei Drittel davon fließen werden. Kann die Pfarrei nachweisen, dass sie die notwendigen Eigenmittel für die bevorstehende Sanierung der Pfarrkirche St. Georg besitzt, fließt auch das letzte Drittel für St. Katharina. "Das musste einfach erst geklärt werden", sagt Markus Brunner und Hans Paulus verweist darauf, dass die Pfarrgemeinde immer hinter ihren Repräsentanten stand, was die Maßnahme angeht.

Um die kümmert sich Architekt Heinrich Schwirzer in Zusammenarbeit mit dem Statikbüro ALS in Person von Katrin Schmidl. Für den Termin an diesem Tag hat sie ihren Chef Anton Landgraf mitgebracht, der gleich mit einer Sensation aufwartet: Der Dachstuhl von St. Katharina stammt in etwa aus dem Jahr 1370 und ist somit der älteste noch erhaltene in ganz Amberg. "Die Kirche wurde damals so gebaut, wie sie jetzt noch steht." 1588 erfolgte der seitliche Anbau und die Verbindung mit dem bereits vorhandenen Nebengebäude. Später griff dann der Barock entscheidend in die Bausubstanz ein.

"Wir haben hier die klassische Abfolge von Gotik, Renaissance und Barock", erläutert Anton Landgraf. Die Baumeister des Barock hätten zuletzt die noch vorhandene Stuckdecke eingezogen und damit riesige Schäden angerichtet. "Aus optischen Gründen haben sie im Dachstuhl einfach die Widerlager abgesägt", sagt Landgraf. Damit sei auch das klassische Kraftdreieck im Dachstuhl zerstört worden, seither schiebt dieser nach außen. Es entstanden Risse, in die Feuchtigkeit eindrang, irgendwann fiel ein Stück der Decke zu Boden. "Das liegt aber auch daran, dass bei der Sanierung in den 80er Jahren die schon vorhandenen Feuchteschäden nicht gemacht wurden", stellt Landgraf fest.

Bauabschnitt I, der im Wesentlichen die substanzerhaltenden Maßnahmen umfasst, kostet laut Landgraf eine Million Euro und soll bis Oktober geschafft sein. "Wichtig ist, dass das Dach gemacht ist." Erst dann kann im Innenraum die Folgesanierung beginnen. Insgesamt keine einfache Maßnahme, wie Architekt Heinrich Schwirzer betont. "Wir stehen hier im Kirchenraum rund einen Meter unter dem Bodenniveau", sagt er. Deswegen liege die Luftfeuchtigkeit immer über 70 Prozent - mit den entsprechenden Folgen für den Putz und den Farbanstrich.

Geplant ist auf jeden Fall, den nachträglich eingebrachten Boden des Altarraums herauszureißen und die darunter liegenden Solnhofener Platten zum Vorschein zu bringen. Außerdem soll der hässliche Türeinbau aus den 70er Jahren verschwinden, der zwar praktisch, aber wenig ansehnlich ist. Erhalten bleibt auf jeden Fall die barocke Decke, die am Anfang der ganzen Sanierungsgeschichte stand.

Bericht und Bilder: Andreas Ascherl


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