Slide background

Katholische Pfarrei
St.Georg

Predigten der katholischen und evangelischen Kirche zu Ostern


Osterkerze erhellt das Dunkel
Um die Symbolik von Wasser und Licht ist es in der Predigt von Stadtpfarrer Markus Brunner anlässlich der Osterfeiertage gegangen. Sein Kollege, der evangelische Geistliche Joachim von Kölichen von der Paulanergemeinde, befasste sich mit der Nachvollziehbarkeit der Auferstehung als Wunder.


(spw) "Die Osterliturgie lebt von der Symbolik, also von der Form und der Sprache, von der Botschaft", erklärte der Geistliche der katholischen Pfarrei St. Georg, Markus Brunner. Gemeint seien zwei Elemente, von denen wir lebten und die so Eingang in den österlichen Gottesdienst gefunden hätten: das Wasser und das Licht. "Beides ermöglicht das Leben." Würde auch nur eines der beiden Elemente fehlen, wäre keine Existenz möglich. "Das Wasser weist auf die Taufe hin. Es ist das Zeichen dafür, dass uns über das biologische Leben hinaus das ewige Leben geschenkt wurde", sagte der Katholik. Wer seine Taufe lebe, also mit dem Auferstandenen lebenslang verbunden bleibe, werde durch ihn den Tod besiegen und Anteil haben am österlichen Heilsgeschehen.
Zum anderen sucht der Mensch das Licht - "gerade, wenn er in der Finsternis ist". Das zeige sich besonders eindringlich, wenn in die dunkle Kirche die Osterkerze getragen werde. Der Blick werde auf das Symbol für Christus, das Licht der Welt, gelenkt. "Wir zünden daran unser Licht an und nehmen Anteil am Sieg des Auferstandenen über die Dunkelheit der Sünde und des Todes." Im Psalm 36 heißt es daher treffend: "In deinem Licht - also Gott - schauen wir das Licht", erklärte Brunner. Das symbolsprachliche Reden von Gott, die metaphorische Theologie, sei der Schlüssel für das Verständnis des Oster-Geheimnisses.

Unsichtbare Begleiter
Von der Nachvollziehbarkeit der Auferstehung als ein Wunder sprach der evangelische Geistliche Joachim von Kölichen im Ostermontagsgottesdienst. Selbst die Kirchen täten sich manchmal schwer, dieses zu begreifen. Das sehe man allein schon daran, dass Kirchen "lange Zeit Probleme damit hatten, das Verbrennen von Verstorbenen zu akzeptieren. Allen Ernstes wurde die Sorge vorgebracht, dass die Auferstehung aus einer Urne heraus wohl schwerer sei als aus einem Sarg". Die Vorstellungen einer Auferstehung gingen über die Vorstellung unserer Kräfte. Dennoch sei es ein großer Halt und Trost für Trauernde zu wissen, dass liebe Angehörige nach ihrem Tod unsichtbare Begleiter werden würden mit denen man Zwiesprache halten könne. Das Weiterleben der Seelen werde ganz selbstverständlich angenommen. "Leider nicht nur, um Trost zu spenden, sondern auch in Form von Geisterglauben Angst zu verbreiten." "Der Ostermontag ist zweifellos der Tag der kompletten Verblüffung, ganz wie die Frauen in der Erzählungen als völlig überwältigt dargestellt werden - nicht nur erfreut, sondern durchaus auch mit großer Furcht." Der Ostermontag sei jener Feiertag der menschlichen Langsamkeit im Umgang mit dem Osterwunder - oder auch der falschen Zugangsweise.

Ostersonntag