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Katholische Pfarrei
St.Georg

Einladung zum "Maria-Schnee-Fest in Atzlricht"

Atzlrichter Kirchweih




Amberg/Atzlricht. (ads) Wenn das Kirchweihfest in Atzlricht ansteht, dann ist das ein Zeichen, dass das Schul- und Arbeitsjahr seinem Ende entgegen geht und die Ferien- bzw. Urlaubszeit beginnt. Das Patrozinium lockt viele Besucher aus nah und fern an, weil sie zum einen das herrliche Kirchlein und die romantische Lage mit Blick auf die Stadt schätzen; zum anderen genießen sie einfach ein paar schöne Stunden an einem vertrauten Ort. Der Festbetrieb beginnt am Samstag, 27. Juli, um 17 Uhr. Für 20 Uhr sind alle Gläubigen zum Abendlob am Kircherl eingeladen. In den Festtag selbst, Sonntag, 28. Juli, wird mit dem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr gestartet, in dessen Verlauf die mitgebrachten Fahrzeuge gesegnet werden. Im Anschluss daran sind alle zum gemütlichen Beisammensein eingeladen.
In malerischer Lage, wie man sich eine Wallfahrtskirche auf der Wiese vorstellt, steht im Stadtteil Atzlricht eine kleine Kirche mit einem oktogonalen Bauteil im Osten und einem Zwiebelturm im Westen. Vom Portal aus sieht man über den flachen Wiesenhang hinunter auf die Stadt Amberg und auf den jenseits der Stadtsilhouette aufsteigenden Maria-Hilf-Berg. 1664 hatte Freiherr Franz Albrecht von Gobel, der Besitzer der Hofmark Atzlricht, die Kirche erbauen lassen. Das ungewöhnliche Patrozinium Mariä Schnee erklärt sich aus der Bekanntschaft des Hofmarksherrn mit den Jesuiten. Diese hatten nämlich den Kult der Marienkirche Roms mit dem Gnadenbild „Salus Populi Romani" („Heil des römischen Volkes") weit verbreitet.
Die Atzlrichter Kirche erhielt eine originelle Grundrissform: das Langhaus ist ein Achteck, an das sich nach Westen der querrechteckige Altarraum und dahinter eine schmale Sakristei anschließen. Beide sind von dem mächtigen Turm überbaut. Der Altar ist gewestet. Christian Wilhelm Freiherr von Gobel ließ der Kirche 1723 ihr heutiges Aussehen geben: der zweisäulige Altar wurde umgestaltet, dessen Altarblatt die Muttergottes über den beiden marianischen Hauptkirchen von Rom zeigt, rechts Santa Maria Maggiore, über der ein Putto nächtlich Schneeflocken ausstreut, links Maria Rotonda, das ehemalige römische Pantheon. Die letzte Baumaßnahme war 1940 die Erneuerung des Kirchturms, der wegen Einsturzgefahr abgetragen und in gleicher Form wieder errichtet wurde. Um dem Kirchlein auch wieder ein Gnadenbild zu geben, wurde anlässlich der Restaurierung von 1987/88 eine Kopie des Gnadenbildes von Santa Maria Maggiore durch den Regensburger Weihbischof Karl Flügel übertragen und am Tabernakel des Altares befestigt. Zum Patroziniumsfest, das alljährlich am letzten Julisonntag gefeiert wird, kommt von der ganzen Umgebung eine große Anzahl von Gläubigen.
Bild und Bericht: Adele Schütz