Katholische Pfarrei
St. Georg
♦ Geschichte der MMC Amberg
Die Marianische Männer-Congregation (MMC) -Information- 2025
Im Jahr 1563 hat der flämische Jesuit Pater Johannes de Leunis in Rom die erste Männergemeinschaft gegründet, die er Marianische Kongregation nannte. Ziel war und ist bis heute „die Heranbildung tätiger Katholiken, die auf allen Lebensgebieten, besonders als Laienapostel, der Kirche zur Verfügung stehen“. Zur Besonderheit der Gemeinschaft gehört die Weihe an Maria für das ganze Leben; eine Lebensordnung, die sich am Wahlspruch des heiligen Ignatius von Loyola orientierte: „Omnia ad majorem Dei gloriam – Alles zur größeren Ehre Gottes“. Das Ziel war die innere Erneuerung der katholischen Kirche nach dem Zusammenbruch in den Jahren der Glaubensspaltung. Dieses Postulat hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. 1574 folgte die erste Kongregationsgründung in Deutschland.
Der 28. Oktober 1626 ist der Geburtstag der MMC Amberg; der Jesuitenpater Georg Stotz hat sie ins Leben gerufen. Mit Urkunde vom 9. September 1633 wurde sie in Rom in die „Prima Primaria“, die Urkongregation aller Marianischen Kongregationen weltweit, eingetragen. Sie stand wie alle Kongregationen in der damaligen Zeit unter der Leitung der Jesuiten bis zu deren Aufhebung im Jahr 1773.
Die Amberger Männer-Congregation ist die einzige von den Jesuiten gegründete Laienorganisation, die seit ihrer Gründung ununterbrochen existiert. Sie zählt mit ihren bald 400 Jahren zu den ältesten Vereinigungen der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach.
Die Pfarrei St. Georg in Amberg ist nach wie vor das Zentrum der Gemeinschaft, das gleichnamige Gotteshaus dient der MMC als Kongregationskirche.
Seit 1936 ist der jeweilige Stadtpfarrer von St. Georg zugleich der Zentralpräses, der mit dem Präfekten (einem Weltchristen) ein Führungsduo bildet. In dieser Funktion werden beide vom so genannten Marianischen Rat unterstützt, der als Leitungs- und Verwaltungsorgan der Kongregation bezeichnet werden kann. Der MMC Amberg als Zentralkongregation sind zahlreiche Pfarrkongregationen (Filialen und Pfarrgruppen) in der mittleren Oberpfalz und viele weitere Einzelsodalen (auswärtige Mitglieder) zugeordnet. Die zuständige kirchliche Autorität für die Zentralkongregation ist direkt der Bischof von Regenburg. Ihm kommt die Approbation der Satzung und aller verpflichtenden Regeln zu.
Die MMC ist eine Gemeinschaft katholischer Männer, die versuchen, ihre Verantwortung in der Kirche und im eigenen Lebensumfeld zu erkennen und zu erfüllen. Die Mitglieder die sich in Anlehnung an das lateinische Wort „sodalitas“(Freundschaft, Kameradschaft) Sodalen nennen, fühlen sich der Mutter Jesu besonders verbunden. Ein Sodale stellt sein Leben unter den Schutz Mariens und ehrt sie als Vorbild für den eigenen Glauben. In der Kongregation geht es um eine echte christliche Lebenshaltung, die im Geiste des Evangeliums und der Liebe zu gestalten ist, so die Präambel der Satzung. Die Kongregation ist nicht nur für den Glauben der einzelnen Mitglieder, sondern auch für die Pfarrgemeinden und die Kirche als Ganzes Vorbild der Weiterbildung im Glauben und des apostolischen Einsatzes für andere. Man versteht sich als eine Laiengemeinschaft des gelebten Glaubens.
Einer besonderen Erwähnung wert ist der großartige Kongregationssaal in Amberg, der sich im ehemaligen Jesuitenkolleg befindet, das im Volksmund bis heute als Maltesergebäude deklariert wird. Mit dieser Bezeichnung findet das kurze Intermezzo der Malteserritter (1782-1808) bis heute ihren sprachlichen Ausdruck, das Wirken der Jesuiten ist aus dem Bewusstsein und dem Sprachgebrauch der Bevölkerung bedauerlicherweise verschwunden. Der Kongregationssaal ist im Besitz der Katholischen Kirchenstiftung St. Georg und wegen seiner einmaligen, imposanten Gestalt über die Pfarr- und Stadtgrenzen hinweg bekannt.
Für die Sodalen ist die dortige wertvolle Strahlenkranzmadonna künstlerischer Ausdruck ihrer Religiosität. Sie versinnbildlicht Fürbitte und Verehrung.
Alljährlich am vierten Fastensonntag wird in der Kongregationskirche St. Georg das traditionelle Hauptfest begangen. Dabei findet auch die Neuaufnahme von Sodalen mit dem Weihegelöbnis statt. Ebenso die Ehrung der Sodalenjubilare. Jeder männliche Katholik kann Sodale werden.
Großes Vorbild der bayerischen Männerkongregationen ist der selige Pater Rupert Mayer SJ (1876-1945)*, der ab 1921 als Präses der Münchner Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal sich unerschrocken gegen die menschen-feindliche Ideologie der Nationalsozialisten stemmte. Sein mutiges Glaubenszeugnis wurde mit der Seligsprechung im Jahr 1987 gewürdigt. Das Grab von P. Rupert Mayer befindet sich in der Bürgersaalkirche in München, es ist bis zum heutigen Tag ständig von Betern und Verehrern umgeben.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch Papst emeritus Benedikt XVI. (1927-2022)** Ehrensodale der bayerischen Kongregationen war.
*(Pater Rupert Mayer SJ wurde am 23.01. 1876 in Stuttgart geboren. Er starb am 1.11. 1945 in München und wurde am 3.5.1987 durch Papst Johannes Paul II. in München seliggesprochen.)
**(Joseph Ratzinger Papst emeritus Benedikt XVI. wurde am 16.04.1927 in Marktl am Inn geboren. 29.06.1951 Priesterweihe im Freisinger Dom. Am 25.03.1977 zum Erzbischof von München und Freising ernannt, 28.05 Bischofsweihe, ein Monat später Ernennung zum Kardinal.
Am 25.11.1981 Ernennung zum Präfekten der Glaubenskongregation in Rom, am 19.04.2005 Wahl zum Papst. Rücktritt zum 28.02.2013. Am 31.12.2022 verstorben in Rom, 5.01.2023 beigesetzt in den Grotten des Petersdoms.